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Freitag, 27. Februar 2015

Erkenntnisse des täglichen Trainings #9

Die letzte Reihe ist sage und schreibe über 10 Monate her! Training und Ernährung wurden seitdem zwar nicht revolutioniert, haben sich aber verändert, so dass es längst überfällig für ein paar weitere empirische Erkenntnisse ist:

1. Eine Erkältung ist ein brutaler Energiekiller! Nach 10 Tagen absolutem Schongang bin ich seit über drei Wochen wieder im Training. Natürlich bin ich beim Wiedereinstieg vorsichtig zu Werke gegangen und habe die Gewichte teils zurückgefahren. Ganz besonders "erschreckend" war jedoch das Gefühl ab dem zweiten Satz einer Hauptübung. Klimmzüge und Bulgarian Split Squats fühlten sich an als wäre einem der Saft abgedreht worden. Darauffolgende Hilfsübungen waren regelrecht zäh, da wenig Energiereserven vorhanden waren, obwohl in den 10 Tagen zuvor gut gegessen wurde. Das Herzkreislaufsystem hatte trotz Pausen während des Trainings mächtig zu tun. Ein abschließender "Durchblutungssatz" Liegestütze von +10 WDH war regelrecht luftabschnürend. Nach einer Woche war ich jedoch wieder richtig drin und das alte Kraftniveau nahezu zurück!

2. Ich bin werde alt! Es geht auf die 30 zu und ab da geht es beim Mann ja bekanntlich eher bergab. Aus sportmedizinischer Sicht sogar bereits ab dem 25. Lebensjahr. Ein unvermeidbarer physiologischer Alterungsprozess, der durch Sport zwar nicht gestoppt, aber verzögert werden kann. Jedenfalls merke ich mit zunehmendem Alter - das hört sich vielleicht bescheuert an - die vermehrten Körpersignale. Hier und da mal ein Tag mehr Pause, einen Satz weniger und mehr Regenerationsmaßnahmen sind da goldwert. Sozusagen etwas weniger Verbissenheit, aber dennoch Biss beim Training!

3. Mobilisierung! Anknüpfend an Punkt 2 spüre ich das deutlich verbesserte Wohlbefinden nach bzw. durch ausgiebiger Verwendung der Blackroll und Übungen für die Gelenkmobilität. Der Entspannungseffekt solch einer Regenerationsmaßnahme ist so groß, dass Körper und Geist komplett abschalten und 30-45min schnell vergangen sind. Vor allem nach einem intensiven Beintraining verkürzt sich dadurch die Regenerationszeit um einige Stunden! Die Schaumstoffrolle benutze ich vermehrt an Nichttrainingstagen, wohingegen vor jedem Training ganz besonders Schultergürtel, Hüfte, Brustwirbelsäule und Knie sowie Fuß- und Handgelenke mobilisiert werden. Resultat: Eine erhöhte Beweglichkeit und geringe Verletzungsanfälligkeit!

4. Intensität statt Volumen! Vor 16 Monaten (bei Punkt 2) lag mein täglicher Kalorienbedarf ohne sportlichem Leistungsumsatz bei ca. 3000kcal. Bei nahezu identischem Körpergewicht sind es Stand heute ca. 3500kcal. Das ist ein Aufschlag um knapp 17%! Da heißt noch mehr essen (dürfen), um allein das Gewicht zu halten. Das Trainingsvolumen der Krafteinheiten hat sich seitdem nach unten hin verändert. Statt hochvolumige Klimmzüge, Barrenstützen und Co steht intensives Training im Fokus. Keine 200+ Klimmzüge mehr sondern 4 Sätze im Bereich von 6-8 WDH plus ein paar Sätze Zusatzübungen. In Verbindung mit schwerem Beintraining sowie Metabolic Condtioning in Form von Swings, Burpees und Hügelsprinten ein wahrer Stoffwechselbeschleuniger! Die Körperzusammensetzung verändert sich und der Grundumsatz steigt!

5. Spiegel machen aggressiv! Um die saubere Ausführung der Übungen zu kontrollieren, arbeite ich überwiegend vor einem Spiegel. Gerade bei Übungen wie Kniebeugen und Kreuzheben entsteht so ein sicheres Gefühl während der Ausführung, vor allem wenn es schwere intensive Wiederholungen sind. Mit einem Blick in seine eigenen Augen und einer großen Portion Entschlossenheit ist oft die ein oder andere Wiederholung mehr drin! Ein leidendes schmerzverzerrtes Gesicht gemischt mit masochistischem Eifer lässt den Schmerz ertragen, der als Schwäche den Körper verlässt. An weniger guten Tagen ist davon strikt abzuraten, wobei wir wieder bei Punkt 1 wären. Ein gesundes Mittelmaß führt bekanntlich zum Erfolg!

6. Gestrecktes Kreuzheben als ideale Ergänzung! Wer zu Hause trainiert, kann auch mit Kurzhanteln Kniebeugen und Kreuzheben ausführen. Gestrecktes Kreuzheben mit Kurzhanteln bietet sich wunderbar nach Bulgarian Split Squats an, um die sog. posterior chain zu bearbeiten, die beim Beugen verhältnismäßig wenig gefordert wird. Den Beinbizeps allein mit Kettlebell Swings und Hügelsprinten ausreichend trainieren zu wollen, reicht leider nicht aus wie ich feststellen durfte. Nach 3-4 Sätzen gestrecktem Kreuzheben à 6-10 Wiederholungen sind Beinbizeps, großer Gesäßmuskel, Rückenstrecker und Trapezmuskel dermaßen gereizt, was hunderte Kettlebell Swings nicht mal annähernd schaffen. Belohnung nach anfänglich bösem Muskelkater ist eine dauerhaft bessere Haltung beim Gehen, Stehen sowie Sitzen!

7. Swings und Burpees als Leistungstest! Der Nutzen von Metabolic Conditioning ist enorm, so dass es ein fester Bestandteil des Trainings sein sollte. Nach meiner Erkältung habe ich als Alternative zum Hügelsprinten die gute alte Swing-Burpee-Challenge à la Rosch rekrutiert. Außentemperaturen im hohen Minusbereich und mehrere Hügelsprints später wirkten sich negativ auf den restlichen Tag aus. Die Bronchien waren gereizt, die Gliedmaßen nur räumlich anwesend und mein Kopf in einer Art Trancezustand. Daher diese (vorübergehende) Entscheidung, so sehr ich Hügelsprinten liebe. Um den konditionellen Zustand beurteilen zu können, führe ich nun aller 7-10 Tage 400 Swings und 100 Burpees aus. Totalabschuss in weniger als 25min! Ein Übertrag aus den Ober- und Unterkörpereinheiten dank unterschiedlichen Pausenzeiten und Wiederholungsbereichen ist deutlich erkennbar. Letzte starke Zeit: 22:02min

8. Klimmzüge im Obergriff! Obergriff!! Mein linker Ellenbogen bereitete mir letztes Jahr über mehrere Monate Probleme. Ein unangenehmes Ziehen bis in den Unterarm konnte nur durch ausgiebigem Dehnen und Mobilität vermindert werden. Daraufhin lies ich meine Klimmzüge kontrollieren: In Ordnung. Der Verdacht auf Hammercurls oder gar Barrenstützen schlug ebenso fehl. Ich tappte im Dunkeln. Etwas spontan wechselte ich bei den Klimmzügen vom Wechselgriff in den Obergriff! Schwere Wiederholungen mit Untergriffbeteiligung tat meinem Bewegungsapparat rund um den Ellenbogen anscheinend nicht gut. Eventuell sogar eine Überlastung! Nach ein paar Wochen war ich komplett beschwerdefrei und verwende seitdem den Obergriff. Zusätzliches passives sowie aktives Hängen an der Klimmzugstange im Obergriff(!) steht seitdem vermehrt im Aufwärm- sowie Regenerationsprogramm. Für mehr Input unbedingt die Links zu Ido Portal anklicken!

9. Schulterdrücken stehend mit Kurzhanteln! Stehendes oder sitzendes Schulterdrücken? Mit Kurzhanteln oder einer Langhantel? Laut dieser norwegischen Studie ist stehendes Schulterdrücken mit Kurzhanteln die effektivste Methode. Ich selbst bin von der sitzende in die stehende Variante gewechselt und musste gleich mal die Gewichte zurückschrauben. Anfängliche Schwierigkeiten hinsichtlich Balance und Körperspannung erfordern bei dieser Übung einige Sätze und Trainingseinheiten bis der Bewegungsablauf eingeschliffen und die Zielmuskulatur gezielter rekrutierbar ist. Was so einfach ausschaut, ist in der Praxis weitaus schwieriger. Auf dieser Seite sind die - etwas überraschend - deutlichen Resultate sehr gut zusammengefasst!

10. Ein Kilo ist ein Kilo ist ein Kilo! Wer kennt das nicht!? Übung X wird seit mehreren Wochen mit dem selben Gewicht ausgeführt und die erhoffte Wiederholung mehr will einfach nicht gelingen. Der Körper hat sich daran gewöhnt, der erhöhte Reiz bleibt aus und der Kopf spielt bei der angestrebten "letzten" Wiederholung jedes Mal einen Streich. Was also tun? Einfach das Gewicht erhöhen! Ein Kilogramm mehr am Körper und der Klimmzug fühlt sich auf einmal ganz anders an. Der Unterschied eines Kilogramms wird meist viel zu sehr unterschätzt, aber muss auch erst einmal bewegt werden. Die beanspruchte Muskulatur wird regelrecht geschockt und erhält so einen progressiven Reiz. Darauf lässt sich nun wortwörtlich aufbauen. Die Wiederholungen werden mit etwas Geduld garantiert steigen!

Rosch

Dienstag, 15. Oktober 2013

Erkenntnisse des täglichen Trainings #7

Seit der letzten Reihe wurde emsig trainiert und gefuttert, wobei einiges an Input  für die Leserschaft zusammengekommen ist! Über Kalorien, Burpees 2.0, Schaumstoffrollen, Kettlebell Presses & Klimmzüge, Einstellung und Co:

1. (Fr)essen macht dick! Präziser ausgedrückt: Die vermehrte Aufnahme hochkalorischer Lebensmittel über einen längeren Zeitraum erhöht die Belastung der Personenwaage. Wer clever ist, trainiert nebenbei, so dass die neu gewonnenen Pfunde zum Großteil aus Magermasse bestehen. Nachteil: Die bisherigen T-Shirts spannen am Kreuz, so dass diese bauchfrei werden. Aufgrund dessen sind so aus meinen 75kg+x leicht erschreckende 82kg geworden. Da sind Tage mit 4000-5000kcal keine Seltenheit mehr. Soll mir einer erzählen er wäre Hardgainer, könne essen was er wolle und nehme nicht zu. Am wichtigsten ist nun mal die Kontinuität. Jeden Tag. Jeden! Nicht nur an Trainingstagen sondern vor allem auch an Tagen danach.


2. Schneller Metabolismus! Mein täglicher Kalorienbedarf ohne sportlichen Leistungsumsatz liegt bei ca. 3000kcal. Natürlich ist dies auch den zusätzlichen 20kg “geschuldet“, die in den letzten sechseinhalb Jahren hinzugekommen sind. Den primären Grund für den schnellen Stoffwechsel und recht hohen Kalorienbedarf sehe ich jedoch im Mix aus hochvolumigem Krafttraining mit Basisübungen und Metabolic Conditioning. Die Trainingseinheiten mit Klimmzügen, Barrenstützen, Kettlebell Presses, Liegestützen, Ringerudern etc. verbrennen bei sehr kurzen Pausen und vielen Wiederholungen in ca. 60min empirisch (unter Berücksichtigung des Nachbrenneffektes) ca. 800-1000kcal. Heftig!! Da braucht es sogenannte “Kalorienbooster“. Neben den bekannten diversen Nusssorten steht Hirtenkäse / Weißer Käse / griech. Feta ganz oben auf meiner Liste mit ca. 280kcal auf 100g. Preislich günstig und obendrein sehr lecker auf Fleischgerichten und in Salaten!

3. Burpees mit “richtiger“ Kniebeuge! Seit mehreren Wochen führe ich Burpees so aus, dass ich eine schnelle und relativ tiefe Kniebeuge ausführe, wobei die Knie nach außen zeigen. Quasi befinden sich die Hände bei jeder Kniebeuge zwischen den Beinen bevor es in die Planke geht, um einen Liegestütz auszuführen. Das benötigt zwar mehr Zeit, jedoch bekommt die Beinmuskulatur durch die erhöhte Bewegungsamplitude mehr ab. Und das Beste daran: Seitdem keine Probleme mehr mit dem Bewegungsapparat rund ums Knie, vor allem dem linken mit der Kreuzbandplastik. Die Intensität nach mehreren Burpees i.V.m. Kettlebell-Swings ist teilweise so hoch, dass die Sprünge der Burpees zur Folter werden. Hier gilt dann so hoch springen wie noch möglich. Eine Symbiose aus „Life, Burpees & Death“! ;)


4. Anaerobe Action mit Spiegel-Wiederholungen! Metabolic Conditioning heißt für mich zweimal wöchentlich meine persönliche Swing-Burpee-Challenge. Ich kenne nur eine Foltermethode die mindestens genauso schlimm ist: Hügelsprinten. Burpees und Swings mit der Kettlebell sind ein “most bang for the buck“. Das Gefühl, wenn die Lungenflügel brennen und jeder Muskel schmerzt, ist der Moment, wo das Training beginnt. Wer noch relativ unvertraut mit beiden Übungen ist oder aber auch nach qualitativem Feinschliff strebt, dem empfehle ich einen Spiegel. Kleine Fehler können so korrigiert werden. Zudem ist man besonders darauf bedacht saubere Wiederholungen abzuliefern, wenn man sich selbst im Spiegel sieht. Da bekommen die Übungen ganz schnell eine neue Intensität!

5. Die Wunderrolle aka Foam Roller oder Blackroll! Seitdem ich die harte Schaumstoffrolle nutze, regeneriere ich schneller und besser. Zur Behandlung von Faszien, Detonisierung und somit gesteigerten Durchblutung von Haut und Muskelgewebe sind die Dinger einfach Gold wert. Komplett durchgerollert wird zwei Mal pro Woche für jeweils ca. 30min. Direkt vor einer Einheit mobilisiere ich stets für eine Minute die Lenden- und Brustwirbelsäule. Für die Füße und ganz besonders “knifflige“ Bereiche gibt es runde, harte Bälle. Einen Übungskatalog bzw. diverse Übungen mit Videos findet man im Netz reichlich. Wie lange eine Stelle behandelt wird, sollte man meiner Erfahrung nach intuitiv ohne oft vorgeschlagene Zeitvorgaben oder Wiederholungen entscheiden sondern mehr nach dem persönlichen Empfinden handeln.


6. Kettlebell Presses, Kettlebell Presses und Kettlebell Presses! Mehrmals links, mehrmals rechts. Dann wieder links und wieder rechts, links, rechts und wieder von vorn. Immer und immer wieder. Liest sich langweilig in den Trainingseinheiten, ist es aber definitiv nicht! Insofern jede Wiederholung mit der Kanonenkugel eine Herausforderung darstellt, gibt es stets Raum für qualitative Verbesserungen. So wird mich die 28er noch sehr lang beschäftigen bei knapp 100 Presses pro Arm in einer Press-Zug-Einheit. Schwachpunkt ist oft die sogenannte “Weakside“ (schwächerer Arm), der Clean und die damit verbundene Kraftübertragung aus der Rackposition in den einarmigen Press. Körperspannung, Hüftmobilität und Massenmittelpunkt - sprich Ellenbogen “unterhalb“ der Kugel - etc. werden nie perfekt sein, aber nichtsdestotrotz ein geschmeidiges Bewegungspattern bilden.


7. SuSuSa-Finisher mit sehr kurzen Pausen ist Trumpf! Die Betonung liegt auf “sehr“. Ein SuperSuperSatz einer Zug-Press-Einheit schaut so aus: Klimmzug im Wechselgriff (Obergriff re., Untergriff li.), herablassen auf 90° und unter bewusster Spannung maximal blockieren. Danach enges Handstandhalten (Arsch an Wand, Hände max. schulterweit, Zehen gestreckt) an der Wand unter maximaler Spannung. Und gleich dasselbe nochmal, wobei der Wechselgriff wortwörtlich gewechselt wird, d.h. nun Obergriff li. und re. Untergriff. Davon insgesamt drei Durchgänge bei einer Minute Pause dazwischen. Jetzt aufgepasst: “Pause“ zwischen den Übungen während eines SuSuSatzes bei ca. 10sec!! Also nicht mehr rein intuitiv sondern ratzfatz hintereinander. Tiefes Luftholen nicht vergessen, da es sonst Sterne hageln wird. PS: Wenn‘s schmerzt beim Blockieren und gefühlt nix mehr geht, verpflichte dich ein paar Sekunden weiterzumachen!

8. Immer “nur“ viele Klimmzüge! Rückblickend alles andere als wehmütig befinden sich keine schweren Klimmzüge mehr auf meiner Speisekarte. Keine schweren Züge mehr mit 25kg Zusatzgewicht plus x, wo nach ein paar Wiederholungen der Saft raus ist. Warum? Weil ich ganz einfach glücklich damit bin. Keine Verspannungen und Verletzungen mehr im Zugapparat. Viele Wiederholungen, ergo viel Bewegung. Und ich liebe die (häufige) Bewegung am Sport! Unter 100 Klimmzüge wird keine Trainingseinheit beendet. Oft sind es 200 Wiederholungen und mehr. Selbst da achte ich immer wieder auf die Qualität. Verbesserung hier, Potential da. Gleiche Muster und Schemen bringen keine neuen Reize? NEIN!!!

9. Ein Alibi ist (k)ein Mittel eine schlechte Leistung zu entschuldigen! Wer kennt es nicht!? Die nächste Trainingseinheit steht an und die obere Rückenmuskulatur fühlt sich noch prall und aufgedunsen an, die Rotatorenmanschette ist noch gereizt von den letzten Barrenstützen, die hintere Oberschenkelmuskulatur zudem verkatert und der untere Rücken zieht ein wenig. Tu es oder lass es! Trainier oder geh malen! Fühlen sich Shoulder Dislocations bei der Erwärmung noch wie eine schwere Übung an, ist der Bewegungsapparat nach mehreren Wiederholungen geschmiert und somit geschmeidig. Erwärmung. Immer! Niemals auslassen. Bei mir sind es jeweils ca. 20min.


10. Training ohne Musik mit natürlichem Licht! Sport und Musik bilden für mich eine Symbiose. Beides generiert eine Vielzahl von Emotionen. Die Macht der Gewohnheit zwingt mich dazu den Play-Button anzuklicken, damit motivierende Klänge die Ohrmuscheln erreichen. Dazu etwas Raumverdunklung, um mit einer Stehlampe eine enge und fokussierte Athmosphäre zu erzeugen. Es geht auch anders. Mit Tageslicht und ohne Musik! Nur die Uhr läuft mit. Der Fokus bleibt gleich und ist doch irgendwie anders. Die Wahrnehmung der erhöhten Herzfrequenz und das Ringen nach Luft werden akustisch verstärkt und die Ausführung der einzelnen Wiederholungen gefühlt intensiver.

Rosch

Donnerstag, 9. September 2010

Erkältung: Nicht ruhn, sondern TUN!

So schnell wie ich mir Anfang dieser Woche eine Erkältung eingefangen habe, so schnell bin ich diese mittlerweile fast auch schon wieder los. Wie lange man sich kränkelnd umher schleppt, hängt meiner Meinung nach zu einem Großteil von einem selbst ab!

Die Gefahr lauert bekanntlich überall und ruckzuck hat man sich angesteckt. Ob man will oder nicht. Das Immunsystem kann noch so stark sein, irgendwann trifft es einen. Laufende Nase, Schnupfen, Kopfweh, Trägheit, Müdigkeit i.V.m. schlechtem Schlaf und weitere Symptome sind dann zwangsläufig nicht zu vermeiden.
ABER: Zu VERMINDERN ! ! !

Am liebsten würde man den ganzen Tag im Bett liegen bleiben, aber eine Lösung ist das definitiv keine. Gar nicht erst auf die Idee kommen sich dem Nichtstun zu ergeben, sich gehen zu lassen und einfach nur auf schnelle Genesung zu hoffen. Aktiv werden und handeln sind da Trumpf!

Meine persönlichen Top-Five, die mich im Nu wieder auf die Beine bringen:

1) Walking bzw. strammes Spazierengehen für ~45min an der frischen Luft!
2) Joint Mobility und dynamisches Dehnen für ~30min von Kopf bis Fuß!
3) Heiß duschen und ein kaltes feuchtes Handtuch ins Zimmer hängen!
4) Trinken. Trinken. Trinken. Viel Wasser und Kräutertees!
5) Nährstoffreich Essen, auch wenn der Appetit mau ist!


Mehr braucht es für mich nicht! Im Internet gibt es unzählige weitere Hausmittel, die unmöglich alle ausprobiert werden können. Ganz wichtig ist, dass man auf seinen eigenen Körper (hinein)hört und Maßnahmen trifft, die einem persönlich wohltuend erscheinen!

Dann auch mal den ein oder anderen Ruhetage mehr einlegen und das Training sein lassen. Der Körper ist stark genug mit sich beschäftigt wieder gesund zu werden, daher ist zusätzlicher Stress hier fehl am Platz und absolut kontraproduktiv!

Und ganz ehrlich: So ein Marsch in der grünen Natur ist mindestens genauso schön wie das Gefühl nach einer intensiven harten Trainingseinheit! ;)

Ich freue mich über EURE persönlichen Tipps im Falle einer Erkältung!

Rosch

Mittwoch, 9. Juni 2010

Strength Warm-Up (Videos)

Servus Leser,

schon oft wurde ich gefragt wie ich mich auf meine jeweils anstehende Einheit vorbereite. Da dies mit Worten relativ schwierig zu beschreiben ist, gibt es nun ein paar bewegte Bilder.

Meine Warm-Up-Routine (kurz: JM/DS) bestehend aus Joint Mobility / Gelenkmobilität und Dynamic Stretching / dynamisches Dehnen dauert i.d.R. 10-15min und ist eine Ansammlung von Bewegungsmustern aus meinem im Laufe der Zeit angesammelten Pool, die ich als besonders wohltuend empfinde.

Von puls- und schweißtreibender Erwärmung halte ich absolut nichts, da mir jedes meiner Körner für das Workout goldwert ist, um ein erfolgreiches progressives Training zu absolvieren. Erwärmung bedeutet für mich in erster Linie mich vor allem mental einzustellen, zu fokussieren und motiviert und ehrgeizig ins Workout zu starten.

Folgende Videos zeigen meine Vorbereitung auf eine spezifische Einheit für den Oberkörper, wobei viel Wert auf die Schultermobilität gelegt wird, um Rotatorenproblemen aus dem Weg zu gehen. Folgende Einheit beinhaltete dann Seilklimmzüge, Bottom-Up Dips an den Ringen, Static Holds am Seil, Support Holds an den Ringen, Handstand Holds und False Grip an den Ringen.

My warm-up routine (joint mobility and dynamic stretching) before upper body strength workout.


Bei Einheiten für den Unterkörper liegt der Fokus beim Warm-Up natürlich bei den Beinen. Auch hier habe ich mehr als einige Übungen im Repertoire, mit denen ich mich gezielt vorbereite. Bei Interesse kann ich dazu auch noch ein Video aufnehmen.

Quintessenz: Ich empfehle sich Bewegungsmuster zu einer Routine zusammenzustellen, die einem selbst gut tun! Dazu bedarf es ein wenig Recherche im Internet oder einfach nur etwas Eigenkreativität. Beugung, Streckung, Drehung, Rotation etc. mit Körperteilen von Kopf bis Fuß und fertig.

Nicht nur als Warm-Up sondern auch für eine eigenständige (ausgedehnte) aktive Regenerationseinheit sind Übungen für die Gelenkmobilität (m)eine Geheimwaffe! Danach noch ein Spaziergang an der frischen Luft, ein paar Sonnenstrahlen einheimsen, nährstoffreich ernähren, schlafen wie ein Bär und die nächste Einheit kann beginnen.

Mit dynamischem Gruß

Rosch

PS: In letzter Zeit habe ich aufgrund meiner Achillessehnen-Geschichte das Radfahren für mich entdeckt. Eine knackige Stunde mit hohen Übersetzungen und die Beine bekommen ihr Fett weg. Spitzenmäßig! ;)

Montag, 12. Oktober 2009

Regeneration durch Wandern

Hallo Naturfreunde,

letzte Woche Donnerstag war ich mit meinem Vater ca. 18km in der Sächsischen Schweiz in den Schrammsteinen wandern, welche als Felsgruppe zum Elbsandsteingebirge gehören.

Das Wetter war bei noch sommerlichen rund 20°C und einer leichten Brise Wind einfach prächtig. Unterwegs waren wir inklusive kurzen Verschnaufpausen, Wegorientierung und weiterer Routenplanung sowie dem Genießen faszinierender Aussichten knappe 5 Stunden. Mehr als ein paar Stücken Obst und reichtlich Wasser gab es währenddessen nicht, so dass wir uns am Abend mit einem Essen in einem feinem tschechischen Restaurant belohnten.

Einige Steigungen hatten es in sich, so dass die Waden teilweise brannten. Balance und ein ruhiges Gemüt waren an der ein oder anderen nicht ganz ungefährlichen Stelle ebenfalls gefragt. Die ganze Wanderung hatte einen eher mittelstarken Schwierigkeitsgrad, so dass nicht nur Anstrengung, sondern aktive Erholung überwog.

Da dies ein prägendes Erlebnis für mich war, habe ich Zettel und Stift genommen, um meine persönlichen 10 Gründe aufzuschreiben, weshalb ich unbedingt wandern gehen wollte und es definitv bald wieder tun werden.

Meine persönlichen 10 Wander-Gründe:

1. Wandern ist für mich der aktivste Zugang zur Natur. Ich bekomme ein Gefühl von Freiheit und Grenzenlosigkeit!

2. Ich liebe die körperliche Bewegung und das Einsetzen aller meiner Sinne. Ich bin im Einklang mit Körper + Geist!

3. Stress rückt für mich in weite Ferne. Meine Gedanken sind frei!

4. Ich bin ausgeglichen und klar im Kopf. Ich finde zu mir selbst!

5. Zusammen kann ich soziale Beziehungen stärken. Es geht auf ins Abenteuerland!

6. Ich bekomme eine spielerische Neugier auf Entdeckungen (z.B. Gipfelaussichten). Ich kann wieder mal Kind sein!

7. Ich stärke meinen Bewegungsapparat, Immunsystem und fördere die Durchblutung sowie den Stoffwechsel. Regeneration pur!

8. Kraft, Ausdauer, Durchhaltevermögen und Balance. Ich spüre den Übertrag meines Trainings!

9. Die Herausforderung annehmen und bewältigen! Ich sammle neue Motivation für eine erfolgreiche berufliche Karriere!

10. Einfach „nur“ LEBEN!

Mir würden sicherlich noch viele weitere Gründe einfallen. Die ersten Gedanken sind jedoch meist die besten, so dass ich diese 10 Gründe für sich stehen und wirken lassen möchte.

Vielleicht konnte ich den ein oder anderen Leser anregen auch einmal eine Wanderung zu unternehmen!?

Oder gibt es Leser mit ähnlichen Erfahrungen? Feedback in den Kommentaren gern erwünscht!

Unten folgen noch ein paar Impressionen.

Bewanderte Füße

Rosch

PS: Demnächst wird es einen Artikel zum Thema Hügelsprinten geben. Dafür kursiert zur Zeit ein Sammelthread auf fitness-foren.de. Auch hier ist bei Interesse rege Beteiligung erwünscht!